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Bürgerversammlung 2017

Einmal im Jahr informiert die Gemeinde Neuried über aktuelle Themen auf der Bürgerversammlung. Auch dieses Jahr nutzten 180 Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, die Informationen zu Neuried und dem Landkreis aus erster Hand zu erhalten.

In seinem Vortrag berichtete 1. Bürgermeister Harald Zipfel über die wichtigen Anliegen und Vorhaben der Gemeinde. Ganz oben auf der Tagesordnung stand natürlich das weitere Vorgehen wegen der Mehrzweckhalle. Im Moment wird immer noch auf die Entscheidung des Landgerichts zur Beweissicherung gewartet. Auch der Außenputz der Mehrzweckhalle muss entfernt und neu aufgebracht werden, da die ausführende Firma fehlerhaft gearbeitet hat.

Eine weitere Großbaustelle wird der Abriss und Neubau des alten Schulbauflügels von 1959. Hier wurden statische Probleme in der Deckenkonstruktion gefunden, wegen der der Schulbau nur noch bis 2019 genutzt werden darf. Inzwischen liegt ein Raumprogramm vor, das gemeinsam mit der Schulleitung, der Regierung und Gemeinderäten erarbeitet wurde. Darin wurde festgestellt, dass ein Neubau in den vergleichbaren Abmessungen mit 1.500 qm ausreicht. Dieser Anbau soll so errichtet werden, dass hier die Ganztagsklassen mit den dafür benötigten zusätzlichen Räumen unterkommen.

Der Neubau des Schulanbaus wird voraussichtlich 4 Millionen Euro kosten. Das ist auch der Grund, warum sich die Gestaltung der Ortsmitte und auch der Rat-hausneubau auf ungewisse Zeit verschieben wird. Alle Ergebnisse aus der Bürgerbeteiligung werden jedoch weiter berücksichtigt und bei der erneuten Planung wieder zu Rate gezogen.

Und endlich tut sich etwas auf dem Hettlage-Gelände. 1. Bürgermeister Zipfel konnte dazu bereits geplante Entwürfe zeigen. Hier geht er von einem Baubeginn in den nächsten halben Jahr aus. Ebenso wird auch das Grundstück südlich der Maxhofstraße als Baugebiet überplant. Hier soll das Kinderhaus, das im Moment als Interimslösung auf dem alten Sportplatz steht, neben dem Jugendhaus errichtet werden.

Und auch für den Radweg zwischen Neuried und Gauting scheint sich eine Lösung abzuzeichnen. Dazu wird eine Entscheidung in den nächsten Monaten erwartet.

Die Gemeinde Neuried hat im letzten halben Jahr um Spenden für Bänke gebeten. Inzwischen haben 40 Bänke Paten gefunden. Die ersten zwanzig Bänke werden nun mit einer Spenderplakette im Gemeindegebiet aufgestellt.

Als Stellvertretung für den Landrat kam Susanna Tausendfreund, um aus dem Landkreis zu berichten. 2018 wird es einen Rekordhaushalt von einer Milliarde € geben. Dies liegt an der gestiegenen Umlagekraft der Gemeinden. Zugleich steigen die Aufgaben, und damit auch die Ausgaben. Das bedeutet für Neuried vermutlich, dass die Kreisumlage von 4,55 Mio. € in diesem Jahr auf 4,8 Mio. € steigen wird. Durch eine Umstellung der Finanzierung der Realschulen und Gymnasien wird der Landkreis München an die Sitzgemeinden und Zweckverbände ins-gesamt 71 Mio. € rückwirkend für 25 Jahre zurückerstatten.

Der Landkreis München wird das Mietradsystem mit einer Fördersumme von 3 Mio. € unterstützen. Auch Neuried beteiligt sich in Zukunft an dem Mietradsystem. Auch der Radweg entlang der M4 wird vom Landkreis finanziert. Ebenso wird das Nahverkehrskonzept erweitert und finanziert.

Außerdem berichtete Susanna Tausendfreund, dass an den Landkreis momentan keine weiteren Flüchtlinge mehr zugewiesen wurden. Neuried hat die Aufnahmequote zwar nicht erfüllt, aber darin sieht die stellvertretende Landrätin eine Chance auf sehr gute Integration der in Neuried lebenden Asylbewerber.

Siegfried Janscha von der Polizeiinspektion kam zu seiner letzten Bürgerversammlung in Neuried, bevor er in den nächsten Tagen in den Ruhestand tritt. Er warnte eindringlich vor hartnäckigen Anrufen, die Bürger vor Gefahr für ihr Leben und Wertgegenständen warnen. Dabei werden gezielt Fragen nach den Wertgegenständen gestellt und besonders dreist sogar um Hinterlegung der Gegenstände in Mülleimern oder auf dem Balkon bitten. Der Dienststellenleiter appellierte eindringlich, dass die Angerufenen keine Details oder Angaben zur familiären oder finanziellen Situation machen sollen. Anrufe falscher Handwerker oder von vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern sollten sofort beendet werden.

In Neuried wurden 23 Straftaten im Bereich der Sachbeschädigung verzeichnet. Meist war dies blindwütiger Vandalismus von Jugendlichen und Heranwachsen-den unter Alkohol- und Drogeneinfluss. Durch verstärkte Kontrollen wurden 23 Drogendelikte festgestellt, 4 mehr als im Vorjahr. Mit 128 Unfällen konnten 11 weniger als im Vorjahr verzeichnet werden. Er dankte besonders den Schulweg-helfern und dem Kontaktbeamten Richard Sommer für ihren Einsatz, durch den es keinen Schulwegunfall gab. Auch kündigte er jetzt schon an, dass Richard Sommer im Frühjahr 2018 in Ruhestand gehen wird.

Als neuer Dienststellenleiter stellte er seinen Nachfolger Polizeioberkommissar Matthias Schneller vor, der im Rahmen seiner Ausbildung ein halbes Jahr in Planegg tätig sein wird, um seine sogenannte Führungsbewährung abzuleisten.

1. Bürgermeister Harald Zipfel verabschiedete Siegfried Janscha mit einem Präsentkorb von seiner letzten Bürgerversammlung.

Von drei eingereichten Anträgen wurde nur über einen abgestimmt. Uta Hirschberg stellte den Antrag auf Ausweisung von Magerwiesen, um insektenfreundliche Bedingungen zu schaffen. Dieser Antrag wurde mit 49 zu 37 Stimmen angenommen. Nun muss der Bau- und Umweltausschuss diesen Antrag innerhalb von drei Monaten behandeln.

In der anschließenden Fragerunde ging es hauptsächlich um das Thema Verkehr. Gerade die Situation auf der M4 ist für viele Bürger ein Dorn im Auge. Auf Höhe der Abbiegung zum Gewerbegebiet gibt es gemeindeauswärts eine Beschränkung auf 70 km/h, einwärts gilt jedoch immer noch 100 km/h. Hierzu verwies Harald Zipfel auf Begehungen mit dem Landratsamt, die eine Änderung bisher immer ablehnten.

Auch die Parksituation in der Gautinger Straße zwischen der M4 und Fichtenstraße bietet laut Gertrud Reiter-Frick ein „Bild des Elends“ und wirkt „verschlampt“. Unzählige Anhänger werden dort sowohl durch Kunden eines Firmeninhabers aber auch von Bürgern geparkt. Richard Sommer bemerkte dazu, dass die Anhänger 14 Tage dort parken dürfen, danach könne er nur verwarnen.

Die Abbiegesituation von der Fürstenrieder Straße in die M4 sahen Bürger als schwierig, bereits jetzt sei die Ampelschaltung zu kurz. Gerade im Hinblick auf die geplante Bebauung in diesem Gebiet gab die kurze Ampelschaltung Anlass zu bedenken. Dies wird laut dem Bürgermeister durch Verkehrsplaner berechnet und Lösungen geplant.

Nach weiteren Fragen endete die Bürgerversammlung nach gut 2 Stunden.

Den Bericht des 1. Bürgermeisters Harald Zipfel können Sie der angefügten Datei entnehmen.

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