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Waldspaziergang mit Greenpeace

Ca. 100 Personen aus Neuried und dem Würmtal kamen auf Einladung der Bürgerinitiative "Wald Neuried erhalten" bei wundervollem Sommerwetter zum Waldspaziergang.

Der Informationsstand der Bürgerinitiative war der erste Anlaufpunkt und viele unterschrieben den „Würmtal-Appell 2019“ zum Schutz des Waldes.

Aufgrund des großen Andrangs teilten sich die Spaziergänger dann in 2 Gruppen, die jeweils unter Führung von Greenpeace Waldexperten los marschierten.

Volker Oppermann, Teamleiter Wald bei Greenpeace München und selbst Waldbesitzer, zeigte direkt gegenüber des Waldkindergartens im Norden wie der Waldumbau von Fichtenmonokultur zu Laubmischwald im Forst Kasten bereits seit ca. 20 Jahren vorangetrieben werde. Unter dem lockeren Fichtenaltbestand werde schon ein dichter Teppich von jungen Laubbäumen sichtbar. Da der Wald der Heilig Geist Stiftung durch die Städtische Forstverwaltung der Stadt München naturnah bewirtschaftet werde, sei er wie alle Wälder der Landeshauptstadt München seit Oktober 2001 mit dem weltweit anerkannten Forest Stewardship Council Zertifikat (FSC) ausgezeichnet und gelte gleichzeitig als anerkannter Naturland Waldbetrieb.

Auch der in den 1970ern nach dem damaligen Kiesabbau wieder aufgeforstete Wald östlich des Waldkindergartens sei laut Oppermann ein dem Standort und zukünftigen Klimakrisen angepasster Mischwald und damit schon damals naturnah und sinnvoll renaturiert worden. Allerdings seien die Funktionen eines Waldes auch nach 40 Jahren noch nicht voll wiederhergestellt. So fehlten alte, absterbende Bäume, die Totholz für viele Pflanzen und Tiere bieten, von Pilzen bis Spechten. Auch der Waldboden brauche mehrere hundert Jahre, bis er seine volle Struktur und Funktion wieder erreiche. Dabei, so seine Rechnung, speichert ein gesunder Waldboden durch Wurzeln und Totholz bis zu 120 t Kohlendioxid je Hektar, während die oberirdischen Teile der Bäume nur ca. 80 t Kohlendioxid speichern.

Nach vielen weiteren spannenden Informationen, auch zu den neueren Aufforstungen auf dem aktuellen Kiesabbaugelände, erreichte man Forst Kasten, wo der spannende Einblick in unsere Wälder mit einem gemütlichen Biergartenbesuch endete.

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