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Ein Online-Portal für den Klimaschutz

Informationen zum Regionalportal, alles Wichtige zum Fördertopf für Klimaretter, neue Ideen wie Wildblumensamen für die Blumenwiese vor der Haustür, nachhaltige Tragetaschen und vieles mehr: Neue Projekte, Ideen und Aktionen im und für den Landkreis sollen künftig auch digital im Klimadialog entwickelt, geplant und diskutiert werden. (c) LRA München

Neue Beteiligungsplattform soll den digitalen Klimadialog fördern


Auf dem Weg in eine klimafreundliche Zukunft hat der Landkreis München ein weiteres Puzzleteil seines Handlungsprogramms fertiggestellt: Ab sofort gibt es ein Portal für den Klimadialog im Landkreis München: https://klimadialog.landkreis-muenchen.de.
Der Klimadialog ist die digitale Beteiligungsplattform der Klima- und Energieinitiative 29++. Er soll die vielfältigen Aktionen des Landkreises, seiner Kommunen, der Unternehmen, Verbände, Interessensgruppen, aber vor allem auch die Anstrengungen und Ideen der Bürgerschaft sammeln und sichtbar machen und zum Mitmachen animieren.
„Sie können sich den Klimadialog als eine Art ‚schwarzes Brett‘ vorstellen, wie man es aus Schulen, Universitäten oder auch aus dem Supermarkt kennt. Hier kann man Informationen einholen, Angebote und Gesuche einstellen oder Gleichgesinnte kennenlernen. Aber man kann es von zuhause aus und jederzeit nutzen. So schaffen wir eine niederschwellige und unverbindliche Möglichkeit für den Einzelnen, sich dem Thema Klimaschutz anzunähern“, erläutert Landrat Christoph Göbel. „Der Gedanke dahinter ist, die Menschen zusammenzubringen, die sich über gemeinsame Interessen, Ideen und Aktionen in Sachen Umweltschutz und Energiewende austauschen möchten, die mitreden und gestalten wollen“, so Göbel weiter. Ideen, Vorstellungen und Wünsche zu diesen Themen gebe es in der Bürgerschaft zuhauf; oft fehle es aber an Mitstreitern, am Netzwerk oder am fachlichen Know-how.
„Und genau hier setzen wir mit dem Klimadialog an“, ergänzt Christian Wolf, Leiter des Sachgebiets Energie und Klimaschutz im Landratsamt München. „Hier finden umwelt- und klimaschutzinteressierte Menschen eine einfach erreichbare Anlaufstelle für ihre Anliegen. Sie können Projektpartner finden, Interessensgemeinschaften gründen, als Gruppe Projekte planen und koordinieren oder sich von den Aktionen anderer Kommunen oder Bürger inspirieren lassen. Außerdem finden sie hier kompetente Ansprechpartner für organisatorische oder fachliche Fragen, beispielsweise bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus dem Bereich Energie und Klimaschutz des Landratsamts, bei unseren Mobilitätsexperten, bei den Umweltreferenten und Klimaschutzmanagern im Landkreis oder einem der zahlreichen weiteren Experten.“
Vier Kernelemente für den Klimadialog im Landkreis
Der Aufbau des Klimadialogs ähnelt ein wenig dem eines klassischen Online-Forums. Auf der Startseite erfahren die Besucher die neuesten Termine, Angebote und Aktionen aus dem und für den Landkreis. Eine Landkarte zeigt eine Übersicht, welche Projekte gerade in den jeweiligen Kommunen laufen. Außerdem gibt es die aktuellsten Pressemitteilungen des Landkreises und neue Beiträge aus dem Klimadialog nachzulesen.
Der eigentliche Klimadialog selbst besteht aus vier Kernelementen: Dialog, Projekt, Aktuelles, Pinnwand. Im „Dialog“ können Teilnehmer Meinungen austauschen und konkrete Fragen zu neuen Ideen diskutieren. Der Bereich ist Ort für freie Gedankenspiele, Geschichten und Wünsche. „Projekt“ informiert über laufende Projekte im Landkreis und bietet Platz, eigene Projekte vorzustellen oder gemeinsam Aktivitäten zu entwickeln. Unter „Aktuelles“ ist Platz für alle aktuellen Ankündigungen und besondere Ereignisse zu laufenden Aktivitäten und Projekten; der Bereich beinhaltet alle Termine, Veranstaltungen und besondere Neuigkeiten. Die „Pinnwand“ bietet Gelegenheit, nach Herzenslust zu tauschen, teilen, leihen, schenken und helfen. Sie ist der digitale Marktplatz für Nachbarschaftshilfe.
In allen Themenbereichen – mit Ausnahme der Pinnwand – finden sich bereits passende thematische Unterkategorien wie Abfallvermeidung, Klimaschutz für Kommunen sowie Unternehmen, nachhaltiges Bauen und Sanieren, Angebote zur Klimabildung sowie diverse Unterpunkte zum Thema Mobilität.
Individuelle thematische und ortsbezogene Schwerpunktsetzung möglich
Um alle Möglichkeiten und Werkzeuge des Beteiligungsportals zu nutzen, ein Benutzerprofil mit Bild zu erstellen und Beiträge zu verfassen und zu kommentieren und Dokumente hochzuladen, müssen sich Nutzer einmalig kostenlos beim Klimadialog registrieren. Danach kann mit wenigen Klicks eine individuelle Nutzereinstellung konfiguriert werden. So ist es beispielsweise möglich, sich speziell über aktuelle Veranstaltungen und Projekte ausgewählter Orte oder ausschließlich zu bestimmten Themen informieren zu lassen.
Der Klimadialog soll künftig als zentrales Projekt- und Veranstaltungswerkzeug für die Maßnahmen im Rahmen der 29++ Klima. Energie. Initiative. des Landkreises München genutzt werden. Insbesondere Projekte wie die Kampagne „regional – fair – bio“, die Klimabildung für Kinder und Jugendliche oder die Bemühungen zur Zertifizierung als Fairtrade Landkreis sollen künftig auch über den Klimadialog vorangetrieben werden.

Landratsamt legt erstmals Treibhausgas-Controlling für den gesamten Landkreis München vor

Bericht bildet die Grundlage für die Evaluation der Klima- und Energieinitiative 29++
Mit der 29++ Klima. Energie. Initiative. haben sich die 29 Städte und
Gemeinden im Landkreis München zusammen mit der Kreisverwaltung 2016
das Ziel gesteckt, die 2010 ermittelten jährlichen Pro-Kopf-Emissionen
von rund 13 Tonnen CO2 bis ins Jahr 2030 um 54 Prozent auf sechs Tonnen
zu reduzieren. Eine zentrale Säule des vom Kreistag im Dezember 2016 verabschiedeten Handlungsprogramms zu 29++ war dabei die Implementierung eines Energiecontrollings für den gesamten Landkreis. Im März 2020 hat die Kreisverwaltung unter Zuarbeit der 29 Kommunen nun einen ersten Treibhausgasbericht für den Landkreis München vorgelegt. Er bildet die Grundlage für die Evaluation der Klima- und Energieinitiative.
Standortbestimmung als Basis für weiteres Handeln
Mit diesem Bericht zum Treibhausgas-Controlling soll erstmals seit Beginn der Initiative eine Standortbestimmung für den gesamten Landkreis München ermöglicht werden. Ziel des Berichts ist es insbesondere, eine Grundlage für ein wirksames Monitoring der Bemühungen des Landkreises und seiner Kommunen im Rahmen der 29++ Klima. Energie. Initiative. zu schaffen. So soll es künftig möglich sein, das Handeln im Landkreis regelmäßig zu überprüfen, zu hinterfragen und gegebenenfalls nachzusteuern. Der Basisbericht enthält Zahlen aus den Jahren 2010 und 2014 sowie aus 2016, dem Jahr der Einführung der Initiative 29++. Diese zeigen: Der Landkreis ist auf einem guten Weg, sein mittelfristiges Ziel der jährlichen pro-Kopf-Emissionen von sechs Tonnen zu erreichen. 2016 betrugen die THG-Emissionen pro Kopf im Landkreis München 9,5 Tonnen. Dennoch ist weiterhin intensive Arbeit von Landkreis und Kommunen notwendig.
Was kann der Treibhausgas-Bericht leisten?
„Wichtigstes Ziel des Berichts ist es, kommunalen Entscheidern, aber auch der interessierten Öffentlichkeit möglichst reale und belastbare Verbrauchsdaten vorzulegen und die Datentransparenz und -genauigkeit über den Energieverbrauch und die Energieflüsse vor Ort in den Kommunen zu verbessern“, erläutert Dr. Christian Wolf, Leiter des Sachgebiets Energie und Klimaschutz im Landratsamt München.
Auf diese Weise soll der Bericht dazu beitragen, bereits begonnene Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu prüfen und neue, passgenaue Klimaschutzaktivitäten speziell für die jeweilige Gemeinde zu entwickeln. Der Bericht trägt damit einem zentralen Wunsch aus den Kreisgremien Rechnung, den diese bei der Verabschiedung der 29++ Klima. Energie. Initiative. im Jahr 2016 nachdrücklich geäußert hatten.
Statt einfach die bundesdeutschen Emissionen über alle Bundes- und damit auch Landkreisbürger herunterzubrechen, wurden die auf der kommunalen Ebene verfügbaren absoluten Energieverbrauchsdaten nach dem Bottom-Up-Prinzip detailliert erhoben. Dadurch wird es beispielsweise möglich zu erkennen, welche emissionsreduzierenden Effekte der Aufbau eines Wärmenetzes oder eines Biomasse-Blockheizkraftwerks hat.
Ein Vergleich der Kommunen untereinander und auch der Vergleich mit bundesweiten Durchschnittswerten für die Treibhausgas-Emissionen sind auf Basis des vorliegenden Berichts aber nur bedingt möglich. Auch lässt sich aus den Werten einzelner Kommunen nicht allumfassend Rückschluss auf die Zielerreichung der Klima- und Energieinitiative 29++ ziehen. Dies liegt an den völlig unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen in den einzelnen Städten und Gemeinden sowie auch an den Klimaschutzbemühungen, die über den Umbau der Energieversorgung hinausgehen (z. B. Klimabildung für Kinder und Jugendliche).
„Die Kommunen im Landkreis München weisen beispielsweise einen sehr unterschiedlichen Umfang von Gewerbeansiedlungen auf, sie haben aufgrund ihrer Lage im Landkreis oft sehr verschiedene Anteile an wichtigen Verkehrswegen oder bringen unterschiedliche Ausgangsvoraussetzungen für die Nutzung erneuerbarer Energien mit. Dadurch unterscheiden sich natürlich in der Folge auch die ermittelten Treibhausgas-Emissionen sehr stark“, erklärt Franz Reicherzer, der das Projekt im Landratsamt München leitet.
Hinzu kommt, dass in diesem Bericht nur die energiebedingten Emissionen erfasst werden konnten und nichtenergetische Emissionen aus Ernährung, Landwirtschaft, Landnutzung, Landnutzungsänderung, Abfallentsorgung und Abwasser sowie alle exterritorialen Emissionen wie der Import von Konsumgütern oder durch Reisen (insbesondere Flugreisen) nicht erfasst werden konnten. Diese sind im Bundesdurchschnitt mit größeren Anteilen enthalten – allerdings auch dort nicht in ihrer Gesamtheit. Leser sollten sich deshalb bewusst sein, dass zusätzlich zu den im Bericht dargestellten Treibhausgasemissionen pro Einwohner jeweils noch ein individueller Anteil aus Ernährung, Konsum und Reisetätigkeiten hinzuzurechnen ist.
Ein Bericht für Fachpublikum und interessierte Öffentlichkeit
Knapp 160 Seiten umfasst der erste Bericht zum Treibhausgas-Controlling im Landkreis München, aufgeteilt in zwei separate Teile. „Unser Anspruch war es, einen Bericht zu erarbeiten, der nicht nur in einem kleinen Kreis Interesse findet. Gleichzeitig war uns jedoch wichtig, dass der Bericht auch den Kommunen und Fachexperten als Arbeitsgrundlage dienen kann. Er enthält deshalb im ersten Teil informative und abwechselnde Infografiken zu jeder Kommune sowie für den Landkreis insgesamt. Für einen tiefergehenden Vergleich sind in einem abschließenden Zahlenteil dann noch einmal sämtliche Daten für jede Stadt, Gemeinde und den Landkreis aufbereitet“, erläutert Christian Wolf.
„Mit dem Bericht zum Treibhausgas-Controlling haben wir ein Werkzeug geschaffen, das es uns nicht nur ermöglicht, immer wieder einen Schulterblick auf das bereits Bewerkstelligte zu werfen, sondern vor allem regelmäßig unseren Weg zu überprüfen und dort nachzujustieren, wo wir neue Stellschrauben sehen, um unser mittelfristiges Ziel, die Reduzierung der jährlichen Pro-Kopf-Emissionen auf 6 Tonnen, zu erreichen“, zeigte sich Landrat Christoph Göbel bei der Vorstellung des Berichts erfreut. „Ich bin überzeugt, dass wir uns mit 29++ auf dem richtigen Weg befinden, um unsere selbst gesteckten, aber auch die übergeordneten nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen. In einigen Bereichen werden wir schneller vorankommen, an anderer Stelle müssen wir langen Atem beweisen. Einige Maßnahmen werden kurzfristig messbare Ergebnisse liefern, andere Ideen tragen nachhaltig zur Bewusstseins- und Verhaltensänderung bei, sind aber nicht in nackten Zahlen zu überprüfen. Am Ende sind aber alle diese Teile wichtige und unverzichtbare Bausteine, die dazu beitragen, die Zukunft des Landkreises München auf ein sicheres und tragfähiges Fundament zu stellen“, so Göbel weiter.
Künftig soll der Bericht im Abstand von zwei Jahren erscheinen. Vorab ist eine Fortschreibung mit den Zahlen aus dem Jahr 2018 noch in diesem Jahr geplant.
Der aktuelle Bericht steht zum Download bereit unter https://www.landkreis-muenchen.de/themen/energie-und-klimaschutz/29-klima-energie-initiative/entwicklung-der-co2-emissionen-im-landkreis/.

Energiespartipps

Die Energieagentur Ebersberg-München erstellt jeden Monat einen Energiespartipp für die Zielgruppe Bürgerinnen und Bürger.

Mit praxisnahen Informationen aus den verschiedensten Alltagsbereichen soll für energiesparendes, klimafreundliches Verhalten sensibilisiert werden.

Energiespartipp des Monats März: Plastikfasten

Energiespartipp des Monats Februar: Besser beleuchten

Energiespartipp des Monats Dezember: Ökostrom

Energiespartipp des Monats August: Palmöl

Energiespartipp des Monats Mai: Warmwassersparen