Hitzeinseln und kühle Orte: Neurieds Bürgermeister und Klimaschutzteam veranstalten Hitzespaziergang

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15. Juni 2026

Hitzeinseln und kühle Orte: Neurieds Bürgermeister und Klimaschutzteam veranstalten Hitzespaziergang

Am 11. Juni 2026 beteiligte sich die Gemeinde Neuried aktiv am 4. bundesweiten Hitzeaktionstag und veranstaltete einen informativen Hitzespaziergang. 1. Bürgermeister Robert Hrasky begrüßte die Teilnehmenden persönlich und begleitete gemeinsam mit der Klimaschutzmanagerin Dr. Miriam Pluym und dem Referenten für Klimaschutz und Nachhaltigkeit Dr. Dieter Maier die Bürger:innen zu verschiedenen Stationen im Ort. Ziel war es, über die Risiken von Hitze aufzuklären und konkrete Lösungen für eine klimaresiliente Gemeinde vorzustellen.

Klimaschutz in der Praxis: Projekte und Konzepte

Die Gemeinde Neuried setzt sich aktiv mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinander. Zwei zentrale Konzepte bilden dabei die Grundlage:

  • Der Klimarahmenplan, der als Basis für stadtklimatisch relevante Planungs- und Entscheidungsprozesse dient.
  • Das Klimaanpassungskonzept, das in Zusammenarbeit mit dem Landkreis München und den Landkreisgemeinden erarbeitet wurde. Es enthält einen Maßnahmenkatalog mit konkreten Klimaanpassungsmaßnahmen.

Während des Rundgangs wurde im Gewerbegebiet auf einem Parkplatz veranschaulicht, wie ein hoher Versiegelungsgrad zu sogenannten „Hitzeinseln“ führt: Asphalt und Beton nehmen die Hitze auf und geben sie nur langsam wieder ab. Als Gegenmaßnahme entsteht am Gelände des TSV Neuried eine Parkplatz-Photovoltaik-Anlage in Kooperation mit der Bürgerenergiegenossenschaft BENG und gefördert durch die Aktion Zukunft+. Diese Anlage bietet nicht nur Verschattung, sondern erzeugt auch erneuerbaren Strom und schützt parkende Autos vor direkter Sonneneinstrahlung.

Bürgermeister Hrasky betonte: „Solche Projekte sind nur möglich, weil es das Team des Klimaschutzmanagements gibt. Es braucht immer einen Kümmerer, damit etwas voran geht.“

Klimaangepasstes Bauen und die Bedeutung von Grünflächen

Am Beispiel der geplanten Umgestaltung der Ortsmitte wurde die Wichtigkeit von klimaangepasstem Bauen und Sanieren erläutert. Der Referent für Klimaschutz erklärte: „Der Gemeinderat hat es sich nicht leicht gemacht, aber dafür entschieden, dass mehrere alte Linden erhalten bleiben. Die Ökosystemleistung eines Baumes ist immens: 50 Jahre alte Bäume können durch ihre Verdunstungsleistung die Temperatur in ihrer Umgebung um bis zu 4 °C senken. Diese Leistung ist bei neu gepflanzten Bäumen viel geringer.“

Die Gemeinde setzt auf Begrünung von Dächern und Fassaden, eine effiziente Regenwassernutzung sowie eine klimaangepasste Infrastruktur, um die Lebensqualität auch bei Hitze zu sichern.

In diesem Jahr startet die Gemeinde ein weiteres Projekt zur Klimaanpassung. Mit Unterstützung des Freistaats Bayern und des Vereins WIN (Wir in Neuried e.V.) werden zwei öffentliche Trinkwasserbrunnen errichtet, um die Versorgung mit frischem Wasser an heißen Tagen zu verbessern.

Gesundheitliche Risiken und Verhaltensempfehlungen

Hitze stellt das größte klimabedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland dar. Besonders betroffen sind ältere Menschen, Kinder, Pflegebedürftige sowie Personen mit Vorerkrankungen oder solche, die im Freien arbeiten. Typische Hitzesymptome sind Kopfschmerzen, Schwindel, Erschöpfung oder Verwirrtheit. Direkte Folgen können Dehydrierung, Hitzekrämpfe oder ein Hitzeschlag sein. Zudem kann Hitze Vorerkrankungen verschlimmern und das Unfallrisiko erhöhen.

Die Gemeinde Neuried empfiehlt daher:

  • Ausreichend trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
  • Kühlere Tageszeiten für Aktivitäten nutzen.
  • Richtig lüften und schattige Orte aufsuchen.

Eine Broschüre mit weiteren Tipps ist in der Gemeindeverwaltung und auf der Internetseite der Gemeinde Neuried erhältlich. Dort ist auch eine Kühle-Orte-Karte zu finden, die schattige und angenehme Orte aufzeigt, die als Rückzugsmöglichkeiten bei Hitze dienen.

Zusätzlich wurden während der Veranstaltung Merkblätter und Rezepte für erfrischende Getränke und Speisen verteilt.

Hintergrund: Der bundesweite Hitzeaktionstag

Der Hitzeaktionstag wurde von einem Bündnis aus Gesundheits- und Klimaorganisationen ins Leben gerufen, darunter der AWO Bundesverband, die Bundesärztekammer, die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat, der GKV-Spitzenverband und die Klima-Allianz Deutschland. Allein im Jahr 2024 gab es laut Robert-Koch-Institut in Deutschland ca. 3.000 hitzebedingte Todesfälle, 2022 sogar ca. 4.500.