Grußwort & Bürgersprechstunde

Suchfeld

Liebe Neuriederinnen und Neurieder,

Mehr als 100 Tage im Amt – ein persönlicher Zwischenstand

Nun habe ich deutlich mehr als 100 Tage in meinem neuen Amt hinter mir. Und ja: Ich erlebe tatsächlich noch immer jeden Tag etwas Neues. Vieles ist inzwischen vertrauter geworden, manches hat sich eingespielt – und trotzdem ist kein Tag wie der andere.

In den vergangenen Monaten haben uns in Neuried viele unterschiedliche Themen beschäftigt. Einige davon möchte ich an dieser Stelle herausgreifen.

Die Musikschule und die Zukunft unserer Vereine

Allen voran beschäftigt uns die Musikschule. Das ist für mich ein schwieriges und zugleich sehr wichtiges Thema. Denn mir ist bewusst: Es geht längst nicht nur um die Musikschule. Es geht ganz grundsätzlich um die Frage, wie wir in Zukunft alle unsere Vereine und Organisationen unterstützen können.

Unsere Vereine leisten unglaublich viel für Neuried. Sie schaffen Gemeinschaft, ermöglichen Kindern und Jugendlichen Sport, Musik und Begegnung und tragen ganz wesentlich zu unserem Gemeindeleben bei. Neben den finanziellen Zuschüssen geht es dabei aber auch um die jeweiligen Gebäude, deren Unterhalt, Sanierung und Finanzierung. In diesem Bereich leistet die Gemeinde bei unseren drei „großen“ Häusern – TSV, Musikschule und JuHa – zusätzlich jeweils sechsstellige Summen pro Jahr.

In unserer derzeitigen finanziellen Situation müssen wir uns ehrlich fragen, welche Leistungen die Gemeinde auch in Zukunft noch erbringen kann. Vieles, was wir heute und in den vergangenen Jahren finanzieren bzw. finanziert haben, wurde durch Grundstücksverkäufe und zunehmend auch durch Kredite ermöglicht. Das kann auf Dauer kein tragfähiger Weg sein. Momentan liegt unsere Tilgung bei rund einer Million Euro pro Jahr.

Ich bin deshalb überzeugt, dass wir gemeinsam neue Lösungen finden müssen. Dabei werden die Zuschüsse und das Ehrenamt eine noch größere Bedeutung bekommen.

Unser Gewerbegebiet attraktiver machen

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Weiterentwicklung unseres Gewerbegebiets. Wir müssen Neuried als Wirtschaftsstandort attraktiver machen. Denn Gewerbesteuereinnahmen sind eine wichtige Grundlage dafür, dass eine Gemeinde ihre Aufgaben auch langfristig finanzieren kann.

Bitte beachten Sie hierzu auch den interessanten Artikel unseres Bauamtsleiters, Herrn Braun, über die Gautinger Straße und das angrenzende Gewerbegebiet in dieser Ausgabe.

Die Erdbeerwiese

Natürlich beschäftigt uns auch weiterhin die sogenannte Erdbeerwiese. Hier wird derzeit intensiv verhandelt, geplant und gestaltet. Am Ende entscheidet der Gemeinderat, ob überhaupt gebaut werden soll und – wenn ja – in welcher Dichte und mit welcher Nutzung.

Ich bin zuversichtlich, dass wir hier eine gute Lösung finden können. Mein Wunsch wäre ein Gebiet, in dem wir Gewerbe und Wohnraum schaffen, insbesondere für ältere Menschen sowie für Menschen, die pflegebedürftig sind oder künftig Unterstützung benötigen. Gleichzeitig müssen wir natürlich darauf achten, dass eine solche Entwicklung zu Neuried passt.

Windkraft: Ein Projekt für Neuried

Ein großes Thema der vergangenen Monate war selbstverständlich auch die Windkraft. Ich bin mindestens einmal pro Woche mit dem Fahrrad draußen im Wald und schaue mir an, wie die Arbeiten vorankommen.

Umso unverständlicher und ärgerlicher sind für mich die Beschädigungen, die es auf der Baustelle gegeben hat – gerade bei einem so schönen Bürgerprojekt, bei dem die Akzeptanz außerordentlich hoch ist. Auch wenn der materielle und bautechnische Schaden nach derzeitiger Einschätzung nicht zu groß ist und voraussichtlich zum überwiegenden Teil von der Versicherung der ausführenden Baufirma getragen wird, bleibt der Vorgang ärgerlich. Schließlich entsteht ein solcher Schaden bei einem Projekt, an dem letztlich auch Gemeinden und Bürger beteiligt sind.

Eine nennenswerte Verzögerung des Bauablaufs ist nach aktuellem Stand nicht zu erwarten. Ich bin deshalb hoffnungsvoll, dass die Windräder gegen Ende des Jahres montiert werden können. Das ist natürlich auch vom Wetter abhängig.

Der Transport der Rotorblätter wird durch Neuried führen. Sobald wir einen genauen Termin und eine Uhrzeit kennen, werden wir darüber informieren. Vielleicht machen wir daraus sogar eine kleine „Willkommensparty“ für die neuen Neurieder Windräder.

Viele kleine Termine – und viele Begegnungen

Neben diesen großen Themen gibt es natürlich unzählige kleinere Sitzungen und Termine. Dazu gehören beispielsweise die Zweckverbände für Realschule und Gymnasium, die Verkehrsüberwachung oder Treffen mit den anderen Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern im Landkreis.

Eine besondere Einladung war der „Anstich“ auf dem Oktoberfest. Ich durfte dort mit Kolleginnen und Kollegen sowie den Landräten an einem Tisch sitzen. Eine sehr schöne Veranstaltung und zugleich eine gute Gelegenheit, sich auch einmal außerhalb des üblichen politischen Alltags auszutauschen.

Aber mindestens genauso wichtig sind die vielen Veranstaltungen hier bei uns in Neuried.

Ich denke beispielsweise an die Einschulung unserer neuen Erstklässler. Es ist schön zu sehen, mit welcher Begeisterung die Kinder ihren ersten Schultag erleben.

Auch die Abschlussveranstaltung des Ferienprogramms unserer Bücherei war beeindruckend. Unglaublich, wie viele Kinder zum Lesen motiviert werden konnten! Eine rundum gelungene Veranstaltung, die zudem von Schülerinnen und Schülern der Musikschule musikalisch begleitet wurde.

Beim TSV kann ich fast jedes Wochenende erleben, wie Veranstaltungen, Turniere und Spiele organisiert werden – teilweise mit sehr großen Teilnehmerzahlen. Vor allem aber erlebt man dort, mit wie viel Begeisterung die Sportlerinnen und Sportler ihrem jeweiligen Sport nachgehen – und eben nicht am Handy hängen.

Die Ratschpost – ein kleines Beispiel für notwendige Veränderungen

Auch diese Ausgabe der Ratschpost ist etwas Besonderes: Sie wird erstmals kostenfrei verteilt.

Das ist eine der Maßnahmen, die aus unserer Gemeinderatsklausur hervorgegangen sind. Dort haben wir uns intensiv zusammengesetzt und in teilweise durchaus harten Diskussionen nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Dabei haben wir auch über die Zukunft der Ratschpost gesprochen.

Ein Ergebnis ist nun, dass wir die Verteilung selbst übernehmen. Dadurch können wir pro Ausgabe einen hohen dreistelligen Betrag einsparen.

Bei dieser Ausgabe hat die Freiwillige Feuerwehr, hauptsächlich die Jugendfeuerwehr, die Verteilung übernommen. Dafür möchte ich an dieser Stelle ganz herzlich Danke sagen!

Die Vereine und Parteien haben sich größtenteils bereit erklärt, dies künftig abwechselnd zu übernehmen.

Ehrenamt wird noch wichtiger

Damit bin ich bei einem Thema, das mir persönlich besonders wichtig ist: dem Ehrenamt.

Der sehr erfahrene Bürgermeister aus Starnberg, der mich im Wahlkampf unterstützt hat, sagte bei einer gemeinsamen Veranstaltung einen Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist: Wir werden uns die freiwilligen Leistungen der Gemeinden künftig sehr genau anschauen müssen und uns auch zukünftig von manchen Leistungen verabschieden müssen.

Das bedeutet für mich nicht, dass wir unser Gemeindeleben zurückfahren wollen. Im Gegenteil. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir es gemeinsam erhalten können.

Das Ehrenamt wird dabei künftig noch stärker gefordert sein. Wir brauchen in vielen Bereichen Menschen, die sich einbringen – gerade dort, wo die Gemeinde Leistungen aus finanziellen Gründen nicht mehr oder nicht mehr im bisherigen Umfang übernehmen kann.

Deshalb möchte ich Sie ausdrücklich ermuntern: Engagieren Sie sich!

In unseren Vereinen, Organisationen und Initiativen gibt es unzählige Möglichkeiten. Und bringen Sie gerne auch Ihre ganz persönlichen Fähigkeiten und Ihr Fachwissen ein. Ich habe bereits im Wahlkampf gesagt, dass wir die vielen Expertinnen und Experten, die es in Neuried gibt, stärker einbinden sollten. Dazu stehe ich nach wie vor.

Von einigen hervorragenden Projekten und Ideen, die daraus bereits entstanden sind, werde ich in nächster Zeit berichten.

Eine kleine Linde

Zum Schluss noch eine kleine Geschichte, die mich tatsächlich sehr traurig gemacht hat.

Eine kleine Linde, die erst vor einiger Zeit gepflanzt worden war, wurde einfach abgesägt. Ich kann mir ehrlich gesagt kaum vorstellen, wer so etwas macht – und noch weniger, warum.

Ich möchte diesen kleinen Baum so schnell wie möglich ersetzen.

Vielleicht finden wir dafür sogar eine Baumpatin oder einen Baumpaten. Und vielleicht können wir dieses Modell auch auf weitere Bäume ausweiten, die wir in Neuried pflanzen möchten.

Denn auch das gehört zur Realität unserer Gemeinde: Bäume zu pflanzen ist heute leider deutlich teurer geworden. Nicht nur die Pflanzung selbst kostet Geld. Gerade das Anwachsen und die regelmäßige Pflege sind aufwendig und personalintensiv. In Zeiten zunehmender Trockenheit müssen junge Bäume besonders häufig gegossen und gepflegt werden.

In Neuried haben wir ein Baumkataster. Dort könnten wir künftig beispielsweise auch die Namen von Baumpatinnen und Baumpaten nennen.

Vielleicht entsteht daraus eine kleine, schöne Idee für Neuried: Menschen übernehmen Verantwortung für einen Baum und tragen damit ganz konkret dazu bei, dass unser Ort grüner und lebenswerter bleibt.

Mehr als 100 Tage sind vergangen. Vieles ist spannend, manches herausfordernd, aber vor allem eines: eine große Freude.

Ich sage auf die Frage, wie es mir geht, inzwischen oft: „Schauen Sie mal: Ich lache und lächle noch – und zwar viel!“

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Robert Hrasky

Erster Bürgermeister Gemeinde Neuried

Bürgersprechstunde

Ich habe ein offenes Ohr für Ihre Anliegen.
Jeden Dienstag von 15.30 bis 17.30 Uhr.
Eine Terminvereinbarung wird erwünscht unter 089 / 75901-31.

Ihr Robert Hrasky – 1. Bürgermeister